Die Kittenmühle blickt auf über 700 Jahre Geschichte zurück. Vom mittelalterlichen Mühlenbetrieb über die romantische Bauernschenke bis zum heutigen Restaurant — ein Ort, der sich stets neu erfunden hat.
2025
Neuer Aufbruch
Joeri Zaman und Daniel Schroff übernehmen als neue Pächter die Wirtschaft zur Kittenmühle und führen die lange Tradition mit frischem Elan und moderner Schweizer Küche weiter.

2003–2013
Ära Raschle
Mit Markus und Alexandra Raschle beginnt eine Phase der Kontinuität und gut-bürgerlichen Küche. Zehn Jahre lang prägt das Wirtepaar die Kittenmühle — die frischen Leberli jeden Mittwoch werden legendär.

2002/03
Grosse Renovation
Die umfassendste Sanierung der Geschichte: 2.9 Mio. Franken werden investiert. Das neue «Kleid» ohne Pseudoriegel polarisiert anfangs, doch das Echo ist bald positiv. Eichenbalken, Schieferplatten und der Charakter von 1621 kommen wieder zur Geltung.

2002
Gründung der AG
Am 28. Oktober wird die Wirtschaft zur Kittenmühle AG gegründet. Rund 600 Aktionäre tragen das Projekt, die Gemeinde Herrliberg hält knapp 30% der Aktien — ein Gemeinschaftswerk im besten Sinne.

2001
Kittenmühle «brandheiss»
Ein Küchenbrand erfordert einen Grosseinsatz: 60 Feuerwehrleute rücken aus. Das Feuer breitet sich gefährlich durch das Lüftungssystem aus. Es hätte nicht viel gefehlt, und die Kittenmühle hätte neu gebaut werden müssen.

1979
Wiedereröffnung
Nach fünf Jahren Pause kehrt wieder Leben ein. Das Wirte-Ehepaar Markus und Heidi Sprenger-von Flüe führt sieben erfolgreiche Jahre. Die Hürlimann-Bierlieferung mit Pferdekutsche wird zum Markenzeichen.
1978
Renovation durch die Gemeinden
Die paritätische Kommission beider Gemeinden restauriert das Gebäude grundlegend. Eine Cheminée wird eingebaut, das Foyer umgestaltet und der ursprüngliche Zustand von 1621 wiederhergestellt.
1976
Gemeinden übernehmen
In einer Rekordabstimmung kaufen Erlenbach und Herrliberg die Kittenmühle — ein weitsichtiger Entscheid, der trotz Kritik das historische Gebäude für die Zukunft sichert.
1955–1978
Ära Guhl — Gourmetrestaurant
Hans Guhl restauriert die Kittenmühle gründlich und verwandelt sie in ein Gourmetrestaurant. Bei Kerzenschimmer und Kaminfeuer geniesst man Strassburger, Gänseleber und Kaviar. Der eiserne Wappengockel der Familie Guhl begleitet die Kittenmühle bis heute.

1910–1955
Ära Graf — Familienausflugsort
Johannes Graf-Frank erwirbt die Kittenmühle für 64’500 Franken. In zwei Generationen wird sie zum beliebten Ausflugsziel. Im Schenkegarten serviert man Most, Speck und Käse — für die Kinder gibt es Reitschule, Schaukel und sogar einen Affenkäfig.

1907
Geburt der Wirtschaft
Die Kittenmühle wird offiziell zur Gaststätte. Der Regierungsrat bewilligt die Eröffnung unter der Bedingung, dass sie nicht von hier weg verlegt werden darf. Es zeigt sich, dass hier bereits früher eine Wirtschaft betrieben worden war.

~1888
Ende des Mühlebetriebs
Die Zeit der Bachmühlen ist vorbei. Billigeres Getreide aus dem Ausland macht das Mahlen unrentabel. Die Einrichtungen zerfallen, die Kantonalbank übernimmt die Konkursmasse. Der Wert beträgt gerade noch 14’100 Franken.

~1688
Name «Kittenmühle»
Heinrich Kitt lässt die Mühle vergrössern — 38 Fuder Holz werden benötigt. Die alte Bezeichnung «Mühle zu Breitwil» verschwindet und der Name «Kittenmühle» wird üblich. Die vornehmen Kitt hausten in ihrem Stadthaus am Erlenbacher Sommersitz.

1621
Der Neubau durch Ulrich Fierz
Ulrich Fierz, Untervogt und «Gwalthaber der Gemeinde» Herrliberg, errichtet die Mühle Breitwil neu — das Gebäude, wie es im Kern noch heute steht. Die Inschrift am Rundbogenportal lautet: «Ulrich Fiertz diser Zeit Under Fogt zu Herrliberg hat dise Bou don mit der Hilf Gottes.»
1571
Familie Fierz übernimmt
Die Herrliberger Fierz werden für über ein Jahrhundert Mühlenbesitzer. Zum Anwesen gehören Haus, Hofstatt, zwei Mühlen, Säge, Stampfe, Scheune, Speicher und Schweinestall.
~1324
Erste urkundliche Erwähnung
Der Hof Breitwil wird erstmals urkundlich erwähnt und gehört zum Besitz des Zürcher Ritters Gottfried Mülner. Kein Bauer, der Korn pflanzte, konnte ohne Mühle auskommen — und an Wasserkraft fehlte es hier im Tobel nicht.

